Hitzeschutz beginnt, bevor die Hitze kommt
Sommer vorbei – Thema erledigt? Ganz und gar nicht. Vergangene Woche haben sich die Leitungen der NGD in Breklum (Kreis Nordfriesland) getroffen, um sich mit Hitzevorsorge und Klimaanpassung zu beschäftigen. „Die Menschen, die wir beschäftigen und betreuen, gehören zu den vulnerablen Gruppen, die durch Hitzewellen gesundheitlich stark beeinträchtigt werden können. Sie gilt es besonders zu schützen“, machte Martin Seehase , Vorsitzender der Geschäftsführung der NGD, direkt deutlich.
Hitze ist mehr als nur heiße Tage
Eingeladen war auch Anne Schluck, Internistin aus Eutin und Vorstandsmitglied der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit. Sie gab einen Überblick über die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels und die Bedeutung von Hitzevorsorge.
Klimaveränderungen beeinflussten grundlegende Voraussetzungen für Gesundheit und Wohlbefinden. Ozon, Feinstaub und Pollen könnten die Gesundheit belasten, Dürre und Ernteausfälle die Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln gefährden. Gleichzeitig könnten sich Krankheitserreger und Überträger wie Zecken und Tigermücken weiter ausbreiten.
Auch die psychische Gesundheit sei betroffen: Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Starkregen, Stürme und Überschwemmungen könnten eine erhebliche Belastung darstellen. „Alles, was wir für den Klimaschutz tun, tun wir letztlich für die Menschen – um sie vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. Nicht die Erde braucht unseren Klimaschutz, sondern wir brauchen eine Erde, auf der wir leben können“, fasst Schluck zusammen.
Hitzeschutz dürfe nicht allein von der individuellen Vorsorge einzelner Menschen abhängen. „Wir brauchen verbindliche Schutzstrukturen in Kitas, Pflegeheimen und anderen Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens. Denn individuelle Vorsorge allein reicht nicht aus – gerade dort, wo Menschen auf den Schutz und die Unterstützung anderer angewiesen sind.“ Dafür brauche es unter anderem Hitzeschutzpläne, Schulungen für Mitarbeitende, Frühwarnsysteme, bauliche Maßnahmen und angepasste Tagesabläufe. „Klimaanpassung ist kein Nice-to-have, sondern überlebensnotwendig“, macht Schluck klar.
In verschiedenen Workshops arbeiteten die Teilnehmenden daran, wie sich Menschen und Einrichtungen besser auf Hitze vorbereiten und schützen können.
Vier Workshops, viele konkrete Ideen
Im Mittelpunkt standen vier konkrete Handlungsfelder:
- Mensch – Wie können gefährdete Menschen geschützt und Mitarbeitende sensibilisiert werden?
- Organisation und Management – Welche Strukturen und Abläufe braucht wirksamer Hitzeschutz?
- Kommunikation und Krisenreaktion – Wie können Warnungen und Informationen schnell und zuverlässig weitergegeben werden
- Gebäude und Technik – Welche baulichen und technischen Maßnahmen können vor Hitze schützen?
Erste Ergebnisse liegen vor und werden nun in konkrete Maßnahmen überführt. Ziel ist ein verbindlicher Hitzeschutzplan, den die einzelnen Einrichtungen an ihre jeweiligen Bedingungen und Bedürfnisse anpassen können.
Wie geht es jetzt weiter? Vor dem Sommer 2027 wird es konkreter und es wird ausführlicher über die nächsten Schritte und die geplanten Maßnahmen informiert.
Foto: Martin Seehase, Vorsitzender der Geschäftsführung der NGD, und Anne Schluck