Gemeinsam laut: NGD bei der Demo in Kiel
Die Wohlfahrtsverbände hatten zu einer Demo gegen den Sozialabbau aufgerufen, und Tausende kamen. Natürlich auch die Norddeutsche Gesellschaft für Diakonie mit über 500 Menschen. Aus fast allen unseren Einrichtungen reisten Kolleg*innen, Beschäftigte, Bewohner*innen und Klient*innen aus dem ganzen Land an, mit Bussen, Zug, Fahrgemeinschaften oder auch zu Fuß. Der Kieler Rathausplatz war um 10 Uhr ein buntes Bild für den sozialen Zusammenhalt.
Inhaltlich ging es um viel. Anlass waren die Sparpläne der Bundesregierung: Laut Aufruf der Wohlfahrtsverbände drohen Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe und bei psychosozialen Angeboten sowie bei Unterhaltsvorschuss, Elterngeld und Wohngeld. Integrationskurse und Demokratieförderung würden zurückgefahren, obwohl psychische Erkrankungen und Einsamkeit zunähmen. Die Maßnahmen seien nicht auf langfristige Wirkung ausgelegt: Wer heute an Teilhabe und Prävention spare, bezahle morgen mehrfach, so die Verbände.
Heiko Naß, Landespastor und Sprecher des Vorstandes der Diakonie Schleswig-Holstein, brachte es bei der Kundgebung auf den Punkt: „Es kann nicht sein, dass die Pflege so geschwächt wird, dass Menschen zukünftig nicht mehr versorgt werden können. Es kann nicht sein, dass Migrationsberatungsstellen geschlossen werden, nur weil dafür kein Geld da ist. Es kann nicht sein, dass Menschen mit Beeinträchtigung aus Kostengründen in ihrer Teilhabe in Frage gestellt werden.“ Demokratie und Zusammenhalt bräuchten einen sozialen und gerechten Ausgleich, so Naß weiter. Dafür stünden die Verbände mit ihrer Arbeit, Tag für Tag, und deshalb seien sie zur Demo gekommen.
Auch Martin Seehase, Vorsitzender der Geschäftsführung der NGD, machte deutlich, warum wir vor Ort waren: „Wir sind heute hier, weil wir für eine gerechte soziale Teilhabe, Vielfalt, Toleranz und ein demokratisches Miteinander stehen!“
Rund 5.000 Teilnehmende setzen sich dann im Regen vom Rathausmarkt in Richtung Landeshaus in Bewegung, wo die Demo mit einer Abschlusskundgebung endete.