INA in Neumünster: Wir sind dabei!
Es riecht nach Popcorn, irgendwo dreht sich ein Glücksrad, Jubelrufe sind zu hören und über die Lautsprecheranlage wird schon zum dritten Mal innerhalb einer Stunde dem Besitzer eines Rucksacks gesucht. Klingt wuselig? Ist es auch! Kein Wunder, denn in den Holstenhallen in Neumünster war einiges los: Seit Donnerstag findet dort die Fachmesse „Inklusive Arbeitswelten in Schleswig-Holstein“, kurz INA, statt.
Eingeladen hat die Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit, Bildung und Teilhabe in Schleswig-Holstein (LAG). Sie ist die Interessenvertretung der Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Tagesförderstätten und anderer Leistungsanbieter. Und die NGD ist nicht einfach nur dabei: Aus dem ganzen Land, von Flensburg bis Ahrensburg, sind Einrichtungen angereist, um hier ihren Stand aufzubauen. Wer selbst zur NGD gehört und diese Messe betritt, könnte das Gefühl bekommen, es wäre eine NGD-Veranstaltung. So viele Kolleg*innen sind da, an jeder Ecke springt einen das NGD-Logo an.
Silke Kuleisa kennt die Messe aus gleich zwei Perspektiven: Sie ist nämlich nicht nur Geschäftsführerin des NGD-Geschäftsbereichs II „Arbeit und Wohnen mit Assistenz“, sondern auch Vorstandsvorsitzende der LAG. Auch sie wuselt durch die Gänge. „Wir wollen zeigen, was wir können, was wir leisten und was wir anbieten. So geben wir Menschen die Möglichkeit, sich darüber zu informieren“, erklärt sie.
Aber warum gleich eine ganze Messe? „Man könnte es sicher auch anders machen“, so Kuleisa, „aber neben den Beratungsangeboten für Menschen, die noch nicht in einer Werkstatt sind, wollen wir natürlich auch die Produkte zeigen, die wir herstellen.“
Und davon gibt es an den NGD-Ständen einiges zu entdecken: vom höhenverstellbaren Schreibtisch ohne Elektrik des Holländerhofs in Flensburg über edel abgefülltes Wasser aus der Hohenwestedter Werkstatt bis hin zu Maschinen im Ahrensburger Tatwerk, mit denen aus PET-Rohlingen Trinkflaschen hergestellt werden. Überall kann man ausprobieren, sich etwas angucken oder sich die Produkte erklären lassen. Dabei zeigen die Einrichtungen ganz praktisch, wie Teilhabe am Arbeitsleben gelingen kann. Wie sie aussieht, ist ganz unterschiedlich, je nachdem, was ein Mensch mit Beeinträchtigung kann und will.
Ziemlich vielfältig ist auch das Messeprogramm. Neben dem Marktplatz mit Produkten aus den Werkstätten gibt es Vorträge, Podiumsdiskussionen und jede Menge Gelegenheit für persönliche Gespräche. Die Messe richtet sich übrigens nicht nur an Fachleute, sondern an alle, die sich für inklusive Arbeitswelten interessieren. Der Eintritt und das Parken sind kostenlos, eine Anmeldung ist nicht nötig.
Ob die Rucksäcke ihre Besitzer*innen wiedergefunden haben, ist nicht bekannt. Gehören sie zur NGD, stehen die Chancen aber gut: Bei einem so großen Träger, der im ganzen Land vertreten ist, findet sich bestimmt jemand, der den Rucksack kennt.
Fest steht außerdem: Trotz der vollen Messegänge war die Stimmung am ersten Messetag durchweg gut. Die Menschen nahmen Rücksicht aufeinander, halfen sich, wenn es nötig war, und fieberten mit, wenn wieder irgendwo ein Rucksack auftauchte. Zwischen all dem Trubel war vor allem eines zu spüren: ein gutes Miteinander.