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„Mach die Musik, die du in dir spürst, laut“

Stefan Gwildis im Interview - live zu sehen und natürlich hören am 28. Oktober bei musik in uns 2017.

Das letzte Mal sind Sie letztes Jahr beim Landpartie-Fest Open Air in Rendsburg aufgetreten - was erwartet das Publikum jetzt, am 28. Oktober, in der Nordmarkhalle?
Stefan Gwildis: Zunächst einmal eine ganz andere Besetzung, ich werde bei „musik in uns“ mit dem wunderbaren Pianisten Tobi Neumann und Hagen Kuhr, dem Mann am Cello, auftreten. Das ist eine sehr, sehr schöne und auch konzertante Mischung. Zu hören gibt es die schönsten Nummern aus den letzten fünf Alben und natürlich verstärkt Songs aus der aktuellen CD „Alles dreht sich“.

Ist es nicht schwierig, immer wieder mit einer wechselnden Anzahl von Musikern aufzutreten?
Das ist gerade das Schöne daran, dass man in verschiedenen Konstellationen spielen kann! Ich liebe es, wenn nur das Mikrophon und der Flügel auf der Bühne stehen. Aber auch groß ist toll, wie mit der NDR-Big-Band oder mit den Kieler Philharmonikern, also 60 Musiker plus meine Band, mit denen wir gerade ein Album aufnehmen. Und diese Abwechslung, das ist es eben, was mit total gefällt.

Sie haben nicht nur mit vielen, sondern auch mit vielen verschiedenen Musikern auf der Bühne gestanden. Haben Sie auch schon mal zusammen mit Menschen mit Behinderungen gespielt?
Oh ja, immer wieder! Zum Beispiel mit einem Gebärdenchor, mit dem ich in der Hamburger Laeiszhalle performt habe – das war einfach großartig. Ich singe, und Hands Up gebärdet den Text dazu. Davon gibt es auch einen tollen Mitschnitt auf YouTube, kann ich nur empfehlen. Ein tolles Erlebnis!
Ich habe früher viel mit behinderten Kindern gearbeitet, für mich war das also immer schon Thema und eine wichtige Sache.

So ganz spontan: Was verbinden Sie mit dem Namen „musik in uns“?
(lacht) Ich habe genau darüber einen Song gemacht, „Spiel das Lied in dir“. Da geht’s um die Musik, die man in sich spürt. Ich bin überzeugt, dass jeder seine eigenen Vibes in sich trägt. Und die auch nach außen zu tragen, das ist die große Aufgabe im Leben, finde ich: Mach die Musik, die du in dir spürst, laut.

„Süß und flüchtig gibt dir das Leben einen Kuss“ singen Sie in ihrem Song „Alles dreht sich“ vom gleichnamigen Album – würden Sie sich als vom Leben geküsster Mensch bezeichnen?
Das kann man sagen. Ich bin sehr dankbar, dass ich viele tolle Menschen in meinem Leben getroffen haben, mit denen ich Musik machen konnte. Ich habe Musik ja nicht von der Pike auf gelernt, aber durch diese Begegnungen mit tollen Musikern habe ich viel mitgenommen.  Und wenn man Menschen getroffen hat, mit denen der Groove stimmt und mit denen man einmal dieses Vertrauen des Musizierens hat, dann lässt man sie auch nicht los. Und: Ich kann alles, was mich bewegt, in meinen Songs zum Ausdruck bringen – das ist ein großes Glück.



Das Interview stammt aus der September-Ausgabe von RENDSBURGerLEBEN.
Foto: Sandra Ludewig

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