Ministerpräsident Peter Harry Carstensen informierte sich über die Arbeit von Menschen mit psychischen Erkrankungen
Glückstadt - Am Mittwoch, 28. Juli 2010, besuchte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen im Rahmen seiner Sommerreise auch das Glückwerk in Glückstadt. Er wurde begleitet von der stellvertretenden Glückstädter Bürgermeisterin Susanne Laatz, von Landrat Dr. Dr. Jens Kullik, sowie den Abgeordneten Hans-Jörn Arp (CDU/Mittelstandsbeauftragter der Landesregierung), und Oliver Kumbartzky (FDP).
Ministerpräsident Carstensen zeigte sich davon beeindruckt, wie die Glückstedter Werkstätten dem alten Postgebäude neues Leben eingehaucht haben. „Das Glückwerk ist ein gelungenes Beispiel für soziale Arbeit mitten in der Stadt, die außerdem noch zu Verschönerung des Stadtbildes beiträgt“, so sein Fazit.
Die Glückstädter Werkstätten, die zur Gruppe Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie (NGD-Gruppe) gehören, bieten in ihrem Glückwerk 40 Menschen mit psychischen Erkrankungen einen Arbeitsplatz.
Das Glückwerk ist ein Ladengeschäft mit Cafébar, in dem Wohnaccessoires, Geschenk- und Schreibwarenartikel sowie regionale und internationale Feinkost angeboten werden. Im Café in den stilvoll renovierten Räumen mit Dachterrasse im ersten Stockwerk wird ebenfalls ein Mittagstisch mit Salatbar angeboten. Empfehlenswert ist eine Tasse Kaffee der eigens für das Glückwerk gerösteten „Glückstädter Mischung“ mit frisch gebackenem Kuchen. „ Wir legen Wert auf Qualität und Service, unsere Kunden sollen sich bei uns wohlfühlen und gerne wiederkommen“, sagt Christoph-Emanuel Gaenslen, Leiter der Glückstädter Werkstätten. An den Arbeitsplätzen im Glückwerk, sei es in der Fahrradwerkstatt, im Ladengeschäft oder in der Cafébar stehen Menschen mit psychischen Erkrankungen in direktem Austausch mit den Kunden. Sie sind Teil des Geschäftslebens in Glückstadt. „Das Glückwerk eröffnet Menschen mit psychischen Erkrankungen wieder die Teilhabe am Arbeitsleben und an der Gesellschaft. Normal ist, wenn Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammen arbeiten und sich ihre Aufgaben teilen“, erläutert Gaenslen das Konzept des Glückwerkes.
„Angesichts der wachsenden Zahl von Menschen mit Behinderungen werden wir auch weiterhin unsere Angebote an die veränderte Nachfrage anpassen“, so Georg Kallsen, Vorsitzender der Geschäftsführung der NGD-Gruppe. Als neues Projekt der Glückstädter Werkstätten verwies er auf das „Alte Katasteramt“ in Itzehoe, in dem ebenfalls ein gastronomisches Angebot entstehen soll, mit 15 Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen.
Das Glückwerk bietet noch mehr. Neben den Arbeitsplätzen im Handel, in der Gastronomie und in der Fahrradwerkstatt arbeiten Menschen mit psychischen Erkrankungen in den Bereichen Büroservice, Hauswirtschaft, Kleinteile-Montage und Verpackung sowie Garten- und Landschaftsbau. Im Bereich der beruflichen Bildung für Menschen mit psychischen Erkrankungen werden z.B. Softwareschulungen und Bewerbungstraining angeboten. Abends und am Wochenende finden für jeden offene Gesprächsrunden und Klönschnacks statt. WILMA – Wohnen & Arbeiten mit Assistenz, ein ambulantes Betreuungsangebot, ist ebenso unter einem Dach zu finden wie die Suchtrehabilitation und Sozialberatung der Diakonie Rantzau-Münsterdorf und eine Schuldner- und Insolvenzberatung der Ökumenischen Schuldnerberatung Kreis Steinburg e.V.


