zum Inhalt

Arbeiten in einer Werkstatt für behinderte Menschen – Was bedeutet das?

Die Werkstatt ist für viele Menschen mit Behinderung der Lebensmittelpunkt, der nun von Kürzungen bedroht ist. Sieben Frauen und Männer, die z.T. schon viele Jahre in den Werkstätten Rendsburg • Fockbek arbeiten, erklären, was die Werkstatt für sie bedeutet.

Anja Utermann (32 Jahre)
wohnt in der Familie.
Seit 15 Jahren in der Werkstatt – tätig in der Küche/Hauswirtschaft:

„Meine Arbeit gefällt mir, deshalb habe ich die ausgesucht. Hier kann ich die Spülmaschine anmachen, das habe ich hier gelernt. Ich singe gern bei der Arbeit, das macht mich ausgeglichen und ich kann dann besser arbeiten. Das darf ich hier nicht nur im Chor, sondern auch am Arbeitsplatz.“

Ernst Rudoff (61 Jahre)
wohnt allein.
Seit neun Jahren in der Werkstatt – tätig in der Tischlerei:

„Ich wäre ohne die Werkstatt total unter die Räder gekommen. Nach vielen gescheiterten Erprobungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, konnte ich hier zeigen was ich kann und mein Selbstwertgefühl ist gestiegen.“

Oliver Nagel (31 Jahre)
wohnt im Wohnheim.
Seit 15 Jahren in der Werkstatt – tätig in der Elektromontage:

„Anerkennung und Taschengeld habe ich nur, weil ich in der Werkstatt arbeite. Hier lerne ich nebenbei noch Rechnen und Schreiben. Andere können mich dann nicht mehr so oft über´s Ohr hauen, zum Beispiel beim Einkaufen.“


Bianca Selk (37 Jahre alt)

wohnt im Wohnheim.
Seit 20 Jahren in der Werkstatt – tätig in der Küche/Hauswirtschaft

„Arbeit haben ist für mich ganz wichtig. So lerne ich viel für mein Leben. Mit den Arbeitsbegleitenden Maßnahmen verlerne ich das alles nicht wieder. Kochen und Hygiene oder Einkaufen lerne ich in der Werkstatt.“

Werner Rochholt (45 Jahre)
wohnt in einer Wohngruppe.
Seit fünf Jahren in der Werkstatt – tätig in der Montage:

„Die Werkstatt ist meine Familie. Hier bin ich gut aufgehoben und die Arbeit macht Spaß. Ohne Werkstatt bin ich nicht geschützt, habe keinen geregelten Ablauf. Dann komme ich nicht mehr mit mir klar. Mit anderen habe ich dann auch nur Probleme.“

Christian Szymankiewicz (25 Jahre alt)
wohnt in einer Wohngruppe.
Seit acht Jahren in der Werkstatt – tätig in der Elektromontage:

„Weil es die Werkstatt gibt habe ich eine Arbeitsmöglichkeit. Ohne Abschluss habe ich ja keine andere Chance. Ohne Werkstatt fehlt einfach alles. Alles! Mit den zusätzlichen Trainings kann ich besser mit Aggressionen umgehen, sonst gibt’s Probleme.“

Oliver Altenburg (23 Jahre alt)
wohnt bei den Eltern.
Seit drei Jahren in der Werkstatt – tätig in der Montage:

„In der Werkstatt lerne ich was ich fürs Leben brauche deswegen sind Streichungen bescheuert. Hier habe ich gelernt mit anderen Leuten besser klar zu kommen. Durch Arbeitsbegleitende Maßnahmen habe ich Hilfe für mein Leben und Erfolgserlebnisse.“

zurück zur Übersicht