Wissenschaftliches Projekt im Diagnostikzentrum des Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerkes (TSBW) Husum in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität zu Berlin
Die Initiatoren des Wissenschaftlichen Projektes mit dem Thema „Evaluation und Optimierung von Diagnostik und Förderung im Rahmen der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB)“ waren die Psychologen Rüdiger Ostermeier (TSBW) und Wolfgang Egert, Bereichsgeschäftsführer Berufliche Bildung bei der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie (NGD), die das Projekt auch finanziell mit Fördermitteln der Wolfsteller-Feddersen-Stiftung unterstützt. Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts erfolgt durch Herrn Prof. Dr. Erwin Breitenbach und Mitarbeiter, Institut für Rehabilitationswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin.
Das Projektteam besteht aus den Diplom-Psychologinnen Birgit Heimann und Sünje Matzen sowie den Diplom-Pädagogen Marco Boehm und Sigrid Knuth, die im Rahmen des Projektes ihren Doktortitel erwerben können. Die Motivation an dem Projekt zu arbeiten, entstand aus dem Bestreben heraus die Rahmenbedingungen der BvB noch bedürfnisorientierter auf die sich verändernde Klientel auszurichten. Ziel des Projektes ist es, sowohl die Diagnoseinstrumente als auch die Förderung der Jugendlichen zu evaluieren, zu modifizieren und ggf. zu ergänzen, um den speziellen Bedürfnissen der Jugendlichen noch passgenauer und individueller gerecht werden zu können.
Alle vier Promovenden arbeiten im Diagnostikzentrum des Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerkes. Im TSBW Husum werden junge Menschen mit Körper-, Sinnes- und Lernbehinderungen sowie psychischen Beeinträchtigungen in dreizehn Berufsfeldern in über sechzig verschiedenen Berufen ausgebildet oder in der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme auf ihren Einstig in das Arbeitsleben vorbereitet.
Die BvB wird im Diagnostikzentrum des TSBW durchgeführt. Dort werden junge Menschen u.a. im Rahmen einer reha-spezifischen BvB gefördert. Das Ziel der BvB ist das Erlangen von Ausbildungsreife oder Berufseignung. In den letzten Jahren hat sich die Klientel der BvB verändert. Zunehmend häufiger werden Jugendliche angemeldet, die zwar grundsätzlich über ein ausreichendes handwerklich-praktisches und kognitives Potenzial verfügen, dieses aber aufgrund stark ausgeprägter Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung mit körperlichen und/oder psychischen Beeinträchtigungen nicht in ausreichendem Maße abrufen können.
Inhaltlich gliedert sich das Wissenschaftliche Projekt in zwei psychologische und zwei pädagogische Teilprojekte. In den psychologischen Teilprojekten werden die Kriterien zur Leistungsbeurteilung der Jugendlichen, unterteilt in berufsspezifische und nicht-berufsspezifische Kriterien, einer statistischen Überprüfung unterzogen und hinsichtlich ihrer tatsächlichen Aussagekraft im Hinblick auf das Erlangen von Ausbildungsreife und Berufseignung untersucht.
In den pädagogischen Teilprojekten, ebenfalls binnendifferenziert zwischen berufsspezifischen und nicht-berufsspezifischen Anforderungen, werden bestehende Fördermodule evaluiert und ggf. modifiziert. Darüber hinaus sollen Fördermodule und Interventionsmöglichkeiten entwickelt werden, die speziell auf den besonderen Bedarf von Jugendlichen mit Aufmerksamkeits- und/oder Verhaltensproblematiken zugeschnitten sind.
Die multiprofessionelle Durchführung des Projektes wird im TSBW von der Leitung durch die die Schaffung von Ressourcen und das Bereitstellen von Mitteln unterstützt. Doch erst durch das empathische Zusammenspiel und die Mitarbeit eines jeden Kollegen (Anleiter, Ausbilder, Erzieher) ist eine engagierte Durchführung des Projektes mit Profit für die Jugendlichen möglich.